Wettkampfbericht Ironman Hawaii 2016

Meine fünfte Teilnahme an der Ironman Weltmeisterschaft gelang mir aus sportlicher Sicht nicht ganz nach Wunsch. Mit einer Schlusszeit von 9:55.49 war ich eine halbe Stunde langsamer als erhofft. Die Bedingungen waren vor allem wegen dem starken Wind auf der Radstrecke etwas schwieriger als vor drei Jahren. Aber ich habe auch nicht den besten Tag erwischt. Der Wettkampf wird mir trotzdem in guter Erinnerung bleiben. Es ist immer etwas besonders, am Ironman Hawaii zu starten und sich mit den besten Triathleten der Welt zu messen.

Ich bin dieses Jahr schon 18 Tage vor dem Wettkampf auf Hawaii angekommen – allerdings nicht auf Big Island, sondern auf Maui, wo ein guter Freund von mir wohnt. Dort konnte ich mich an die hohen Temperaturen gewöhnen. Die Zeit verging sehr schnell. Ich machte ein paar Ausflüge, einzelne Trainings und ich habe mich vor allem viel ausgeruht. Erst fünf Tage vor dem Wettkampf reiste ich nach Kona. Ich hatte das grosse Privileg, mit einem Katamaran von Maui nach Big Island zu segeln. Auf diese Überfahrt hatte ich mich sehr gefreut und es war tatsächlich ein unvergessliches Erlebnis.

Blake, Ueli, Whitney - Sailing form Maui to Kona Sailing along Maui Coast Hawaii 2016

Kona war bereits im Ironman-Fieber: durchtrainierte Athleten überall. Seit meiner ersten Teilnahme vor elf Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Ich machte das übliche Vorwettkampf-Programm: Schwimmen am “Dig me beach”, Frühstück im Lava Java, ein kurzer Lauf auf der Ali’i Drive, Velo-Funktionstest auf dem Queen K Highway, der ‘Underpants-Run’, die ‘Parade of the Nations’. Vieles war für mich eine Wiederholung, aber jedes Jahr lernt man wieder interessante Leute kennen. Das ist der Vorteil davon, dass so viele Athleten auf kleinem Raum zusammen sind.

Ueli @ Queen K Hyw Hawaii 2016 Parade of Nations Hawaii 2016

Oft wird vom Wettrüsten unter den Age-Group-Athleten gesprochen. Beim Check-in am Abend vor dem Wettkampf konnte man das gut beobachten: alles sehr teuere Räder aus diesem oder letztem Jahr. Ich würde mich freuen, die Athleten würden sich weniger auf das Material fokussieren. Bei den meisten geht es ja nicht um einzelne Minuten. Ich jedenfalls setzte auf das alte und bewährte Material und trat genau gleich an, wie schon vor drei Jahren. Mit 60’000 Kilometern ist mein Rad wohl das dienstälteste von allen. Die Zipp-Räder sind schon 12 Jahre alt und der Vorderreifen war vor drei Jahren am Ironman Hawaii schon dabei. Ich war auch einer von wenigen, die beim Schwimmen auf einen Speedsuit verzichtetet haben. Ich mag es möglichst einfach.

Am Wettkampftag stellte ich den Wecker auf 4:30 Uhr. Nach einem kleinen Frühstück machte ich mich zu Fuss auf den Weg. Mein Hostel befand sich nur einen Kilometer vom Startbereich entfernt (Koa Wood Hale – ein Geheimtipp für alle, die es gerne etwas günstiger haben). Beim Body Marking musste ich zwar eine halbe Stunde anstehen, bevor ich in die Wechselzone konnte, sonst ist die Organisation an der Ironman Weltmeisterschaft jedoch top. Vor allem die vielen freiwilligen Helfer sind topmotiviert und freundlich. An dieser Stelle deshalb noch ein Dankeschön an alle Volunteers.

Swim – 1:06.28
Um 6:55 Uhr ertönte der Startschuss. Das Schwimmen war sehr hektisch. Da sehr viele der über 2000 Athleten ähnlich schnell schwimmen, zieht sich das Feld weniger in die Länge als bei anderen Triathlons. So blieb ich während den ganzen 3.8 Kilometern im Gedränge, konnte dadurch aber auch vom Wasserschatten profitieren. Auf der zweiten Hälfte war es mir dann eher zu langsam. Überholen ist jedoch schwierig und kräfteraubend. Mit viel Mühe hätte ich eine oder zwei Minuten gewinnen können, aber das lohnte sich nicht. Obwohl die zweite Hälfte der Schwimmstrecke für mich noch relativ entspannt war, konnte ich mich gegenüber meinen bisherigen vier Teilnahmen um ein paar Minuten verbessern.

Bike – 5:18.15
Kaum auf dem Velo setzte ich wie üblich zur Verfolgungsjagd an. Auf den ersten 50 Kilometern war ich ständig am Überholen. Dies wurde jedoch zunehmend schwieriger, da sich vor mir Gruppen gebildet hatten. Ich fuhr an eine Gruppe nach der anderen heran und versuchte immer sofort vorne wegzufahren. Manchmal kam die Gruppe aber nach ein paar Minuten wieder von hinten angebraust. Dann wurde ich durch die ganze Gruppe nach hinten gespült. Da ich mich an die Regeln halten wollte, musste ich dies zulassen, was aber sehr ärgerlich war. Ich konnte so überhaupt nicht meinen Rhythmus fahren und die vielen Überholmanöver haben viel Kraft gekostet. Erst bei dem langen Anstieg zum Wendepunkt in Hawi konnte ich mich trotz starkem Gegenwind um mehrere Minuten von diesen Gruppen absetzen.

Nach dem Wendepunkt ging es zuerst mal ein paar Kilometer mit Rückenwind nach unten. Da ich auch mit meiner grössten Übersetzung keinen Druck mehr auf die Pedale geben konnte, nahm ich einfach eine möglichst aerodynamische Position ein und rollte bergab. Sollte ich in ein paar Jahren wieder am Ironman Hawaii teilnehmen, dann würde ich wohl eine grössere Übersetzung montieren, aber so konnte ich immerhin etwas ausruhen. Als es nach 120 Kilometern wieder bergauf ging, fühlten sich meine Beine trotzdem müde und kraftlos an. Jetzt spürte ich auch die grosse Hitze und die böigen Ho’o-Mumuku-Winde machten es mir nicht einfach, einen gleichmässigen Rhythmus zu fahren.

Der Ironman Hawaii galt bisher immer als besonders fairer Wettkampf. Leider war dieses Jahr das Drafting ein grosses Problem. Auf der ersten Hälfte der Radstrecke habe ich mindestens 300 Plätze gewonnen, indem ich mühsam viele Gruppen überholt habe. Diese fuhren meist viel zu dicht. Eine zeitlang war ich dann eher einsam unterwegs, aber zehn Kilometer vor der Wechselzone sind dann plötzlich innerhalb von 20 Sekunden fast 100 Athleten an mir vorbei gegebraust, wie bei der Tour de France dicht an dicht, nebeneinander und ohne Abstand. Ich ärgere mich sonst nicht gerne über das Verhalten von anderen, aber dies hat mich schon enttäuscht. In verzichtete jedoch auf den illegalen Windschatten. Dies war – neben den nicht so guten Beinen – auch in einen Grund, weshalb ich in der Wechselzone deutlich weiter hinten klassiert war als erhofft.

Run – 3:22.02
Da die Velofahrt viel Kraft gekostet hatte, nahm ich mir vor, vorsichtig in den Marathon zu starten. Die ersten 15 Kilometer auf der Ali’i Drive lief ich noch mit einer Pace von 4’30″/km. Die glühende Sonne machte mir jedoch Mühe. Ich nutzte jede Gelegenheit, um mich mit Eis und Wasser zu kühlen. Als es dann die Palani Road hinauf auf den Queen K Highway ging, fühlte ich mich eher kraftlos und ich musste die Pace reduzieren.

Immerhin bildeten sich jetzt einige Wolken. Ich hoffte deshalb, auf der zweiten Hälfte zulegen zu können. Meine Beine machten aber nicht mit. Ich konzentrierte mich nur noch darauf, immer zu laufen und nicht anzuhalten. Erst auf den letzten 12 Kilometern fasste ich wieder ein neues Ziel: ein Finish unter 10 Stunden. Dazu musste ich von jetzt an einfach die Pace von 5’/km bis zur Ziellinie durchhalten, was mir auch gelang. Die Stimmung im Zielbereich war wie immer genial. Ich freute mich über den Finish, auch wenn er etwas später war als ursprünglich geplant.

Ueli on the run Hawaii 2016 Zieleinlauf Hawaii 2016 Ironman Finisher Hawaii 2016

Ich möchte an dieser Stelle noch meinen beiden Sponsoren velo-point.ch und Urech Optik danken, die mich beide schon seit der ersten Teilnahme auf Hawaii vor 11 Jahren unterstützen, zudem allen Trainingskollegen, dank denen mir Triathlon auch nach 13 Jahren noch viel Spass macht. Vielen Dank auch für die vielen guten Wünsche und das Mitfiebern aus der Ferne.


Vielen Dank Ursina für das Video vom Zieleinlauf!

Unterdessen bin ich von Big Island zurück nach Maui gesegelt. Ich habe noch bis Ende Oktober Ferien und werde die schöne Insel, den Ozean und das tolle Wetter geniessen. Der Ironman war ein wichtiger Programmpunkt dieser Reise, aber es gibt noch viele andere, auf die ich mich genauso freue.

Vorschau Ironman Hawaii 2016

In genau 11 Stunden starte ich zum fünften Mal an der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii (6:55 Uhr in Kona, 18:55 Uhr in der Schweiz). Es ist für mich jedes Mal ein Abenteuer hier dabei zu sein, wo sich die besten Triathleten der Welt in Hochform präsentieren. Für mich sind schon die extremen Bedingungen eine grosse Herausforderung. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit liegen mir eigentlich nicht besonders, aber ich habe unterdessen schon viel Erfahrung und ich versuche einfach einen möglichst guten Wettkampf zu zeigen. Das heisst ich gehe so nahe ans Limit wie möglich, aber nicht darüber hinaus. Das Resultat spielt nicht so eine Rolle, aber über eine neue Bestzeit würde ich mich schon freuen. Dies ist mir bei allen vier Teilnahmen auf Hawaii gelungen. Ich müsste dieses Jahr also spätestens nach 9 Stunden 30 Minuten im Ziel sein. Von meiner Verfassung her könnte es klappen.

Ueli @ Queen K Highway

Meine Vorbereitung war etwas anders als in anderen Jahren. Im ersten halbem Jahr habe ich es sehr gemütlich genommen. Mit Ausnahme von zwei kurzen Läufen machte ich keine Wettkämpfe und ich wusste auch noch nicht, welche ich dieses Jahr machen werde. Erst Anfang Juli drehte ich etwas auf und meldete mich kurzfristig für den Ironman Switzerland an, bei dem ich mich dann auch für den Ironman Hawaii qualifizierte. Seither befinde ich mich im Wettkampfmodus. Alle zwei Wochen absolvierte ich einen Wettkampf, darunter auch die Powerman Weltmeisterschaft in Zofingen vor fünf Wochen. Sowohl vom Ironman Switzerland als auch vom Powerman Zofingen habe ich mich jeweils rasch erholt. Ich fühle mich nicht müde und glaube, dass ich genug ausgeruht bin für den Ironman Hawaii.

Die Herausforderung für mich ist eine neue persönliche Bestzeit zu erzielen. Die bisherigen Resultate:

Jahr…Swim…Bike…Run…Total
2005…1:08…5:22…3:19…9:56.58
2007…1:09…5:11…3:20…9:49.39
2009…1:11…4:59…3:28…9:47.48
2013…1:10…4:52…3:20…9:30.51

Die Prognose für 2016 sieht folgendermassen aus:
– Im Schwimmen habe ich dieses Jahr etwas mehr investiert als in den letzten Jahren. Hier könnte es eine neue Bestzeit geben. Aber es geht nur um ein paar Minuten. Mit 1:05 wäre ich sehr zufrieden.
– Auf dem Velo werde ich wohl nicht ganz an die Zeit von 2013 anknüpfen können. Da habe ich dieses Jahr deutlich weniger gemacht und mich auch nie besonders gut gefühlt. Das Ziel ist unter fünf Stunden zu bleiben.
– Beim Laufen fühle ich mich so stark wie noch nie. Die Frage ist, ob ich das auch bei den hohen Temperaturen umsetzten kann. Falls es beim Laufen bewölkt ist, kann ich unter 3:10 laufen. Wenn es richtig heiss wird, muss ich wohl mit 3:15 zufrieden sein.
– Wenn ich noch etwas Zeit für die zwei Wechsel dazu addiere, komme ich auf eine Schlusszeit von etwa 9 Stunden 25 Minuten.

9. Rang am Powerman Zofingen

Ich freue mich sehr über das Top-10-Resultat am Powerman Zofingen. Der Traditions-Wettkampf wurde schon zum neunten Mal als ITU Langdistanz-Duathlon Weltmeisterschaft ausgetragen. Ich war auf dem Velo zwar etwas langsamer als in anderen Jahren, aber konnte die verlorene Zeit mit einem sehr guten zweiten Lauf wieder aufholen. Auf den coupierten letzten 30 Kilometern erreichte ich die drittbeste Zeit overall und verbesserte mich dabei vom 21. auf den 9. Rang.

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Ich liebe den Powerman Zofingen weil es ein harter Wettkampf ist, aber sonst ist er eigentlich nicht auf meine Fähigkeiten zugeschnitten. Um eine gute Ausgangslage zu haben, müsste man nach dem ersten Lauf vorne dabei sein – sonst verpasst man den Schnellzug auf dem Velo. Das Windschattenfahren ist zwar nicht erlaubt, trotzdem haben die bisherigen Wettkämpfe gezeigt, dass man in der Gruppe schneller unterwegs ist. Von diesem Vorteil konnte ich jedoch noch nie profitieren. Erstens bin ich nicht genug schnell, um auf den ersten 10 Kilometer vorne mitzuhalten, zweitens liegen mir die steilen Anstiege auf der Velostrecke nicht besonders. Ich komme nicht so schnell den Berg hoch wie die anderen. Ich kann zwar jeweils bergab und in der Ebene wieder etwas aufholen, aber das ist ein anderer Rhythmus. Ich finde deshalb nur selten Verbündete und muss mich einfach darauf konzentrieren, möglichst regelmässig zu fahren.

Der erste Lauf ist knapp 10 Kilometer lang und sehr coupiert. Mit einer Zeit von 33.43 Minuten erfüllte ich meine eigenen Erwartungen. Ich war aber oft im roten Bereich – viel schneller wäre nicht möglich. Trotzdem waren die meisten aus dem Elite-Feld schon weit weg, als ich aus der Wechselzone kam. Ich fuhr deshalb möglichst aerodynamisch mein eigenes Tempo – ohne auf die anderen zu schauen. Leider konnte ich nicht ganz so viel Druck erzeugen wie auch schon und verlor auf den 150 Kilometern über 20 Minuten auf die Spitze. Das war schon etwas mehr, als ich gehofft hatte. Mit der Velozeit von 4:16.15 war ich nicht wirklich zufrieden. Beim Wechsel vom Velo auf den zweiten Lauf lag ich nur auf dem 21. Rang.

Ich freute mich aber sehr auf die kommenden 30 Kilometer. Da habe ich gegenüber vielen wieder Vorteile. Die Leistungsfähigkeit verliert etwas an Bedeutung und die aerobe Kapazität wird zum entscheidenden Faktor. Ich konnte einen Konkurrenten nach dem anderen überholen und kam immer näher an die Top-10 heran. Das war sehr motivierend. Ich fühlte mich immer recht kraftvoll. Nur das Seitenstechen hat mich manchmal etwas gestört – das kenne ich sonst eigentlich nicht – das musste ich einfach so gut als möglich ignorieren. Es war ein Ziel von mir, den zweiten Lauf vom Powerman Zofingen mal unter zwei Stunden zu schaffen. Dies ist mir mit einer Zeit von 1:59.32 tatsächlich gelungen. Wahrscheinlich haben mir da die Bergläufe, die ich vier Wochen (Glacier 3000 Run) und zwei Wochen (Inferno Halbmarathon) vor dem Powerman gemacht habe, entscheidend geholfen.

Das Ziel erreichte ich nach 6:53.24. Egal wie ich den Wettkampf einteile, die Schlusszeit beim Powerman Zofingen bleibt bei mir seit Jahren ziemlich konstant. Es ist schon die vierte Schlusszeit innerhalb von vier Minuten. Toll dass es dieses Mal wieder für einen Platz in der Top-10 gereicht hat.

Resultate ITU Männer
Resultate ITU Frauen

Powerman Zofingen und Ironman Hawaii innerhalb von 5 Wochen

Während für viele Triathleten die Wettkampfsaison langsam dem Ende zu geht, stehen für mich die Hauptwettkämpfe noch an. Mit dem Powerman Zofingen und dem Ironman Hawaii werde ich in den nächsten Wochen noch an zwei Langdistanz-Weltmeisterschaften teilnehmen.

Es ist ja nicht unbedingt typisch für mich, dass ich viele Wettkämpfe mache. Aber dieses Jahr habe ich mir ausnahmsweise eine etwas längere Wettkampfphase vorgenommen mit drei Langdistanzen und drei kürzeren Wettkämpfen innerhalb von 11 Wochen:

24.07. Ironman Switzerland, 3.8/180/42.2 km, 9:15.17 (20. overall)
06.08. Glacier 3000 Run, 26 km, 1950 Höhenmeter, 2:38.19 (5. overall)
20.08. Inferno Halbmarathon, 21.1 km, 2175 Höhenmeter, 2:13.02 (7. overall)

04.09. Powerman Zofingen (Long Distance Duathlon World Championships)
17.09. Seeland Triathlon Murten (Teilnahme provisorisch)
08.10. Ironman Hawaii (Ironman World Chamionships)

Das dichte Wettkampfprogramm ist für mich ein Versuch, aber ich bin zuversichtlich, dass es gut funktioniert. Ich bin dieses Jahr sehr gemütlich in die Saison gestartet. Im Frühling machte ich wie üblich einen langsamen Formaufbau, um im Sommer fit für Wettkämpfe zu sein. In der ersten Jahreshälfte lief es aber sehr harzig, vor allem was das Velofahren betrifft. Ich hoffte aber, dass es mir nach der Trägheit im Frühling vielleicht im Herbst umso besser läuft.

Obwohl ich auch im Juli noch nicht wirklich in Form war, entschied ich mich doch für die Teilnahme am Ironman Switzerland – auch in der Hoffnung, meiner Form noch etwas Schub zu verleihen. Es war der erste grössere Wettkampf im Jahr (in der ersten Jahreshälfte nahm ich nur an ein paar kurzen Läufen teil). Der Ironman Switzerland gelang mir jedoch gut. Ich war mit meiner Leistung zufrieden und dachte zum ersten Mal daran, im Herbst sowohl beim Powerman Zofingen als auch beim Ironman Hawaii zu starten. Der Abstand zwischen diesen zwei Langdistanzen beträgt nur fünf Wochen, das habe ich noch nie gemacht. Aber aus Erfahrung weiss ich, dass ich mich auch von solchen Belastungen relativ rasch erhole. Die Herausforderung wird sein, in dieser Zeit die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden.

PowerMan-Logo_Zofingen

Beim Powerman Zofingen versuche ich mich in den Top-10 zu klassieren. Dies habe ich zwar schon zweimal geschafft, aber dieses Jahr ist es ein hohes Ziel. Ich muss wahrscheinlich etwas über mich hinaus wachsen, denn das Teilnehmerfeld wird jedes Jahr stärker: „Das beste Rennen ever“
Der Wettkampf wird im Fernsehen übertragen. Tele M1 und TV24 senden am 4. September 2016 von 14 bis 16 Uhr live.
Ich habe die Startnummer 19. Die Wettkampfstrategie muss ich mir noch überlegen, aber auf jeden Fall werde ich mich nicht zurück halten – auch wenn fünf Wochen später der der Ironman Hawaii ansteht.

Ironman World Championsips

Beim Ironman Hawaii werde ich mich nicht mit den Besten vergleichen. Das Ziel ist, den Wettkampf optimal einzuteilen und vielleicht eine persönliche Bestzeit zu erzielen. Dies ist mir bei allen vier bisherigen Teilnahmen gelungen. Es wäre ein schöner Saisonabschluss, wenn ich mich da nochmals steigern könnte.

2005 Ironman WM Hawaii 9:56.58
2007 Ironman WM Hawaii 9:49.39
2009 Ironman WM Hawaii 9:47.48
2013 Ironman WM Hawaii 9:30.55

Allerdings sind auf Hawaii die Bedingungen von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Der Vergleich ist deshalb schwierig. Ich werde mich deshalb nicht auf diese persönliche Bestzeit versteifen. Ich möchte vor allem unter den gegebenen Umständen einen möglichst perfekten Wettkampf zeigen.

Ich freue mich sehr auf die kommenden Wochen und werde auf diesem Blog sicher ab und zu etwas berichten. Viel Spass beim Lesen!

5. Rang am Glacier 3000 Run

Bei meiner zweiten Teilnahme am Glacier 3000 Run konnte ich meinen 5. Rang bestätigen. Mit einer Zeit von 2:38.19 habe ich meine eigenen Erwartungen übertroffen. Obwohl ich nur zwei Wochen nach dem Ironman Switzerland noch nicht vollständig erholt war, verlor ich weniger als eine Minute auf meine Zeit von 2014.

Die 26 Kilometer lange Strecke führt von Gstaad (1050 m.ü.M.) zur Bergstation Scex Rouge (2950 m.ü.M.). Insgesamt sind 2015 Höhenmeter zu überwinden. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Strecke – zuerst flach über Asphalt, Wald- und Wiesenwege, dann etwas coupiert und auf den letzen 10 Kilometern dann steil bergauf im hochalpinen Gelände. Da drei Geschwister von mir in Gstaad wohnen, ist dieser attraktive Wettkampf für mich fast ein Heimrennen. Ich wurde an der Strecke toll unterstützt und angefeuert. Vielen Dank!

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Erfolgreiche Hawaii-Quali am Ironman Switzerland

Der Ironman Switzerland 2016 ist mir gut gelungen. Mit einer Zeit von 9:15.17 war ich gerade so schnell wie meine Prognose. Den Schweizermeistertitel in meiner Age Group konnte ich zwar nicht ganz verteidigen, aber ich holte mir immerhin die Bronzemedaille und vor allem die Hawaii-Quali. Nach dem Verzicht vom letzten Jahr habe ich den Slot dieses Mal wieder angenommen.

Ich war vor dem Wettkampf glücklich, dass die Wassertemperatur unter 24.5°C lag. So war der Neoprenanzug beim Schwimmen erlaubt. Eher ein Nachteil war der Rolling Start: Zuerst starten die Schnellsten. Danach werden alle paar Sekunden zehn weitere Athlteten in das Wasser gelassen. Allerdings habe ich mich zu weit hinten eingeordnet. Um mich herum waren alle deutlich langsamer. Ich konnte deshalb während der ganzen Schwimmstrecke nie wirklich den Wasserschatten von anderen Schwimmern nutzen, sondern musste viele überholen. Von dem her bin ich mit meiner Schwimmzeit von 1:05.47 nicht ganz zufrieden – es hätte auch ein paar Minuten schneller sein können.

Auf dem Velo lief es mir sehr gut. Da war ich schon etwas unsicher, da ich dieses Jahr nicht nur weniger Velo gefahren bin, sondern auch vom Gefühl her nie gut in Form kam. Auf der ersten 148 Kilometer konnte ich konstant mit viel Druck fahren und arbeitete mich immer weiter nach vorne. Beim zweiten Aufstieg von Egg auf die Forch hatte ich aber plötzlich eine Krise, wie ich sie bei bereits 17 Ironman-Teilnahmen noch überhaupt nie hatte. Die Beine waren wie aus weichem Gummi und ich verlor wieder einige Plätze. Ich fuhr während ein paar Kilometern sehr langsam. Da half mir die Erfahrung: eine Krise bedeutet nicht das Ende. Da muss man durch und meistens kommt die Energie wieder zurück. Ich verpflegte mich dann auf der Forch besonders gut und konnte mich auf der darauf folgenden Abfahrt wieder recht gut erholen. Auf den letzten zwanzig Kilometern ging es mir schon wieder viel besser. Mit einer Zeit von 4:54.37 war ich noch ganz gut im Fahrplan.

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Beim Marathon hoffte ich insgeheim, endlich mal die 3-Stunden-Marke zu knacken. Bei kühlem Wetter wäre es vielleicht möglich gewesen, aber leider waren die Temperaturen doch etwas höher als erwartet. Zuerst ging es noch sehr gut. Ich hatte von Anfang an einen guten Rhythmus. Allerdings hatte ich auch beim Laufen eine grössere Krise – schon nach 18 Kilometern. Wegen leichten Magenkrämpfen und Seitenstechen brauchte es während etwa 6 Kilometern viel Durchhaltewillen. Ich konnte auch diese Krise überwinden, lief jedoch ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die gleiche Pace wie zu Beginn. Immerhin konnte ich die Pace auf dem zweiten Teil des Marathons konstant halten. So erreichte ich noch eine Marathonzeit von 3:06.40.

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Obwohl ich während dem Wettkampf nie auf die Uhr geschaut habe, hielt ich mich fast auf die Minute genau an die Durchgangszeitenprognose. Von dem her kann ich mit dem Wettkampf zufrieden sein. Es war kein Exploit, aber eine solide Leistung. Mit der Schlusszeit von 9:15.17 war ich wieder etwas schneller als bei meinen letzten drei Ironman-Wettkämpfen, obwohl ich noch nicht in Topform war. Von dem her schaue ich dem Ironman Hawaii sehr zuversichtlich entgegen.

Start am Ironman Switzerland 2016

Am nächsten Sonntag nehme ich zum 12-ten Mal am Ironman Switzerland teil. Das Motto dieses Jahr: Spass haben. Ich strebe keine bestimmte Zeit an. Ich versuche einfach möglichst schnell im Ziel zu sein. Vielleicht kann ich den Age Group Schweizermeistertitel (M35) verteidigen, aber das hat nicht Priorität. Ich weiss auch noch nicht, ob ich im Herbst nach Hawaii an die Ironman WM reisen möchte. Das überlege ich mir noch bis am Montag. Zuerst müsste ich mich noch qualifizieren, was dieses Jahr aber nicht so ein grosses Problem sein sollte.

ironman_20y

Ich habe mich erst vor ein paar Tagen für den Wettkampf angemeldet. Es war jedoch kein völlig spontaner Entscheid. Der Ironman Switzerland war immer im Hinterkopf. Allerdings hatte ich im Mai und Juni keine gute Vorbereitung und fühlte mich überhaupt nicht in Form. Vor allem auf dem Velo habe ich deutlich weniger gemacht als in den letzten Jahren. Ich fühlte mich kaum einmal gut, sondern kraftlos und träge. Deshalb dachte ich eher daran, erst im Herbst einen grösseren Wettkampf zu machen. Ich hätte auch gerne mal einen guten Aufbau auf den Powerman Zofingen hin gemacht. Aber im Juli lief es mir dann wieder etwas besser und die Motivation stieg, doch noch am Ironman teilzunehmen. Ich bin sicher noch nicht in Topform, aber der Ironman Switzerland ist mein Heimrennnen und ich werde hier von den Freunden immer grossartig angefeuert und unterstützt. Das ist ein wichtiger Grund, weshalb ich immer so gerne dabei bin.

Für alle, die mich an der Strecke anfeuern möchten, habe ich noch eine Durchgangszeitenprognose gemacht. Die genaue Startzeit weiss ich wegen dem Rolling Start noch nicht, zudem werde ich die Uhr ignorieren und ganz nach dem Gefühl fahren. Es kann deshalb gut sein, dass ich schon von Anfang an 10-15 Minuten von der Prognose abweiche. Wie immer werde ich am Anfang relativ weit hinten sein und mich dann immer weiter nach vorne arbeiten 🙂

IM_Zurich_Durchgangszeiten_IM_Switzerland_2016

Während dem Wettkampf kann man mich auf ironman.com tracken. Oben auf der Webseite gibt es den Header EVENT COVERAGE. Durch Anklicken von „Switzerland“ kommt man zum Athlete Tracker. Ich habe die Startnummer 1605 und starte in den Schweizer Farben (siehe Bild).

Ueli Velo 6

Ich wünsche allen Zuschauern viel Spass und allen Athleten viel Gelingen!

Ironman Switzerland 2015 – Wettkampfbericht

Das Triathlon-Comeback am letzten Sonntag ist mir gut gelungen. Die Schlusszeit von 9:31:58 ist nicht sensationell, da war ich schon deutlich schneller unterwegs. Aber wenn man berücksichtigt, dass erstens die Bedingungen eher schwierig waren (Hitze, Wind, Neoprenverbot) und zweitens, dass dieser Wettkampf nicht vorgesehen war und ich mich deshalb nicht spezifisch darauf vorbereitet habe, kann ich zufrieden sein. Es lief ziemlich nach Plan und ich habe mir die Kräfte gut eingeteilt. Es gab nie grössere Probleme oder Krisen.

Podest LD SM 2015

Die solide Leistung bescherte mir den Schweizer Meistertitel im Langdistanztriathlon in meiner Altersklasse. Allerdings haben die Profis ihre eigene Kategorie und ich profitierte noch von der Tatsache, dass ich schon mit 34 Jahren in der Age Group 35-44 Jahre gewertet wurde, da der Jahrgang entscheidend ist. Ich möchte diesen Titel deshalb nicht überbewerten, aber ich freue mich trotzdem. Neben der Goldmedaille bekam ich – wie auch Ronnie in der Prokategorie – noch ein schönes Schweizermeister-Tri-Top, das ich jetzt natürlich bei jedem Wettkampf mit Stolz tragen werde 😉

Da die Wassertemperatur über 24.5°C lag, war beim Schwimmen das Tragen eines Neoprenanzuges verboten. Das kam mir nicht unbedingt entgegen, da ich ohne Neopren deutlich langsamer schwimme. Aber im Vergleich mit der Konkurrenz macht das nicht so viel aus. Der neu eingeführte Rolling Start hat sich bewährt. Es gab nicht einen Massenstart, sondern alle fünf Sekunden wurden 10 Athleten in den Wettkampf geschickt. Das Gedränge war so deutlich geringer und ich musste keine Schläge einstecken.

IM 2015 SwimIM 2015 Bike 1

Mit der Schwimmzeit von 1:14:16 bin ich zufrieden. So schnell war ich jeweils auch sonst bei Wettkämpfen ohne Neoprenanzug über diese Distanz. Aber in den letzten 19 Monaten (seit dem Ironman Hawaii 2013) habe ich fast vollständig auf Schwimmtrainings verzichtet. Da konnte ich nicht erwarten, plötzlich schneller zu sein. Umgekehrt ist es schon krass, dass ich auf die besten Schwimmer 25 Minuten verliere, denn Ausdauer und Kraft habe ich, die Wasserlage und der Bewegungsablauf sind nicht so schlecht. Manchmal frage ich mich schon, wie genau dieser grosse Unterschied zustande kommt.

Wie auch immer, ich habe mich schon daran gewöhnt, dass ich nach dem Schwimmen weit hinten bin. Die Aufholjagd begann, als ich auf das Velo stieg. Ich zog an einer Gruppe nach der anderen vorbei, war immer auf der Überholspur. Es freut mich, dass allgemein sehr fair gefahren wurde. Ich habe auf meiner Aufholjagd etwa 400 Athleten überholt und habe fast nie gesehen, dass jemand im Windschatten gefahren ist.

IM 2015 Bike1101_029504

Die Temperaturen waren hoch, die Luft feucht. Ich war froh, dass ich auf den Aero-Helm verzichtet habe. Die Hitze vertrage ich nicht besonders gut und es war mir wichtiger, einen kühlen Kopf zu haben, als durch bessere Aerodynamik ein paar Minuten zu gewinnen. Bei jeder Verpflegungsstelle schüttete ich viel Wasser über den Kopf. Es hat sich gelohnt. So konnte ich die abwechslungsreiche Velostrecke mit der schönen Aussicht auf den See und der grandiosen Tour-de-France-Stimmung am Heartbreak Hill richtig geniessen.

IM 2015 BikeIM 2015 Heartbreak Hill 2

Die 180 Kilometer kamen mir eher kurz vor, auch wenn ich gegen Schluss nicht mehr ganz so viel Kraft auf das Pedal brachte wie am Anfang. Was die Energiezufuhr betrifft, hielt ich meinen unkomplizierten Plan genau ein. Ich benötigte für die 180 Kilometer 4:58:17 Stunden und nahm dabei 550 g Kohlenhydrate (Powerbar-Gels), 6 Liter Wasser und etwas Salz zu mir. Da es recht viel Gegenwind hatte, war ich ein paar Minuten langsamer als geplant.

Nach einem kurzen WC-Stop in der Wechselzone begab ich mich auf die Laufstrecke. Die Beine fühlten sich sehr gut an. Auf der ersten Laufrunde lief es wie am Schnürchen. Ich musste mich sogar etwas bremsen, denn ich wusste natürlich, dass die Kräfte schon noch schwinden würden. Zudem achtete ich auf regelmässige Energiezufuhr und vor allem gute Kühlung mit Wasser und Eis. Ich habe alles Eis mitgenommen, das mir gereicht wurde und war sehr froh über diesen Service.

IM 2015 Run Ueli 2

Wie erwartet lief es auf der zweiten Runde nicht mehr ganz so flüssig und auf der dritten brauchte ich schon etwas Durchhaltewillen. Manchmal wurde es mir schwindelig und da wusste ich, dass ich jetzt unbedingt nochmals einen Gel nehmen musste (auch wenn ich darauf überhaupt keine Lust mehr hatte). Die vierte Runde war dann auch mental wieder etwas einfacher, weil es schon die letzte war. Sehr schnell war ich nicht mehr und die Beine waren weich wie Gummi, aber gelitten habe ich nicht wirklich.

IM 2015 Run Ueli 3

Am Schluss fehlte mir etwas die Kraft, und das ist auch verständlich. Ich habe dieses Jahr noch keine langen Trainingsläufe gemacht. Der längste war 26 Kilometer lang, deutlich langsamer und bei angenehmen Temperaturen. Da ist ein Marathon bei 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit und zusätzlicher Vorbelastung schon eine Herausforderung. Mit der Marathonzeit von 3:12:07 darf ich deshalb auch zufrieden sein.

Es hat Spass gemacht, wieder dabei zu sein. Die Unterstützung auf der Velo – und Laufstrecke war super. Vielen Dank für das Anfeuern und die kühlen Duschen 🙂

Wie schon vor dem Ironman angekündigt, habe ich auf den Hawaii-Slot verzichtet. Das war kein leichter Entscheid, denn ich liebe Hawaii und würde sehr gerne in Kona am Start stehen. Aber ich war schon viermal dort und jetzt freut sich ein anderer, der es sicher auch verdient hat. Ich hoffe trotzdem, dass ich mich jetzt gut erhole. Das nächste Ziel ist der Berlin Marathon Ende September.

Ironman Switzerland 2015 – noch 5 Tage bis zum Start

 IM Switzerland

In fünf Tagen nehme ich zum elften Mal am Ironman Switzerland teil. Ich habe mich erst vor zwei Wochen angemeldet. Der Wettkampf war eigentlich nicht geplant. Aber ich konnte diesen Frühling mehr trainieren als erwartet und erreichte eine gute Form. Es wäre fast schade, diese nicht zu nutzen. Deshalb entschied ich mich doch zur Teilnahme. Es ist mein erster Triathlon seit dem Ironman Hawaii 2013 – ein Comeback nach 19 Monaten Triathlon-Pause.

Ich bin selber gespannt, wie schnell ich schlussendlich sein werde. Ich habe mich nicht spezifisch auf den Ironman vorbereitet. Seit 19 Monaten habe ich fast vollständig auf das Schwimmen verzichtet. Ich bin dieses Jahr erst 50 Kilometer geschwommen, die Hälfte davon in den letzten drei Wochen. Im ganzen letzten Jahr waren es wohl auch etwa so viele. In der ersten Disziplin werde ich deshalb weniger schnell sein als auch schon – erst recht, wenn ohne Neopren geschwommen wird (was ziemlich wahrscheinlich ist). Dadurch bin ich nochmals 5-10 Minuten langsamer. Für die 3.8 Kilometer Schwimmen rechne ich deshalb mit 1:15 Stunden.

Neu gibt es einen Rolling Start. Am Morgen um 6:40 Uhr starten die Profis zusammen. Ab 6:45 Uhr starten alle fünf Sekunden 10 Age Groupe Athleten. Da ich nicht bei den Profis starte, weiss ich noch nicht genau, wann ich in das Wasser springen darf. Wahrscheinlich um etwa 6:55 Uhr.

Schwimm- und Laufstrecke

Im Gegensatz zum Schwimmen stimmt beim Velofahren die Vorbereitung. Ich konnte seit Anfang Jahr schön aufbauen. Ich habe nie sehr viel, aber kontinuierlich trainiert. In den letzten Wochen konnte ich den Umfang noch etwas steigern. So sammelte ich dieses Jahr bereits 6400 Kilometer. So viel habe ich auch sonst jeweils gemacht, wenn ich mich für einen Ironman vorbereitet habe. Es lief alles problemlos und ich habe deshalb ein gutes Gefühl. Für die 180 Kilometer auf dem Velo brauche ich wohl etwa 4 Stunden 50 Minuten.

Velostrecke

Beim Laufen fühle ich mich auch in Form. Da ist eine Zeit um 3 Stunden gut möglich. Allerdings hoffe ich, dass es nicht zu heiss wird. Ich habe zwar schon einige Wettkämpfe in der Hitze gemacht und weiss sehr gut, wie ich mich bei diesen Bedingungen verhalten muss. Aber ich weiss auch, dass mein Körper bei hohen Temperaturen nicht so leistungsfähig ist. Von meiner Konstitution her liegt mir das nicht so. Ich muss also noch viel mehr als andere Athleten darauf achten nicht zu überhitzen – gut kühlen und die Geschwindigkeit reduzieren. Das kann 10 bis 15 Minuten ausmachen. Aufgrund der aktuellen Wetterprognosen werde ich für den abschliessenden Marathon wohl etwa 3 Stunden 10 Minuten benötigen.

Ich werde mein Bestes geben und versuche so schnell wie möglich im Ziel zu sein. Vermutlich brauche ich für den ganzen Ironman etwa 9 Stunden und 20 Minuten. Vielleicht reicht es für einen Platz auf dem Podest in meiner Altersklasse. Sonst habe ich keine grossen Ziele. Ich versuche mich also nicht für Hawaii zu qualifizieren. Wie immer freue ich mich sehr auf Unterstützung an der Strecke – und auch auf jede Wolke, die sich am Himmel zeigt :-). Damit ihr ungefähr wisst, wann ich wo bin, habe ich wieder eine Durchgangszeiten-Prognose gemacht.

Auch wenn ich lieber Regenwetter hätte als eine Hitzewelle, so freue ich mich sehr auf den Sonntag. Es wird wieder eine grosse Herausforderung und nach der (kurzen) Triathlon-Pause bin ich wieder besonders motiviert. Ich danke schon im Voraus für die Unterstützung und wünsche allen viel Erfolg, die am Samstag oder Sonntag selber am Start sind.

Wettkampfbericht Frankfurt Marathon

Mit einer Schlusszeit von 2:36.37 verfehlte ich am Frankfurt Marathon meine PB um nur 17 Sekunden. Die Form war gut und es fehlte nicht an Kraft oder Energie. Aber wegen Bauchbeschwerden konnte ich leider nicht das ganze Potential ausschöpfen. Da ich mich trotz den Problemen kämpferisch gezeigt habe, hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Ich werde es wieder versuchen und bin optimistisch, dass der nächste Angriff auf meine PB erfolgreich sein wird.

Ich hatte schon am Tag vor dem Wettkampf etwas Probleme mit dem Bauch und war deshalb mit dem Carboloading zurückhaltend. Am Abend habe ich nur noch sehr wenig gegessen und am Morgen überhaupt nichts mehr. Trotzdem war der Bauch während dem ganzen Marathon steinhart und verkrampft. Zudem hatte ich oft Seitenstechen, das hatte ich schon 10 Jahre nicht mehr. Ich versuchte diese Probleme so gut als möglich zu ignorieren und das Tempo hoch zu halten. Für die Schmerzen die ich hatte, ist mir das gar nicht so schlecht gelungen. Ich glaubte auch bis kurz vor der Ziellinie, dass eine neue PB möglich ist. Leider hat es nicht ganz geklappt.

Vielleicht habe ich die 17 Sekunden aber auch schon am Start verloren. Der erste Startblock ist eigentlich für Läufer gedacht, die den Marathon in weniger als 3:15 Std. laufen können. Aber viele halten sich nicht an diese Vorgaben. 15 Minuten vor dem Start war ich noch weit vorne eingereiht, aber dann drängten sich vor mir immer mehr Leute von der Seite her herein. Im Gedränge war es dann unmöglich, wieder weiter nach vorne zu kommen. Unglaublich, dass sich so viele langsame Läufer so weit vorne einreihen müssen. Der Start war sehr mühsam: auf den ersten zwei Kilometern war ich eingeklemmt zwischen 4-Stunden-Läufern, musste Zick-Zack laufen und verlor bereits 30 Sekunden auf meinen Zeitplan.

Darauf war ich lange Zeit am Überholen. Erst bei Kilometer 10 konnte ich zu einer Gruppe aufschliessen, die mir passte. Mit denen war ich etwa eine halbe Stunde lang unterwegs. Schade, dass sie dann etwas langsamer wurde. Ich musste deshalb auf eigene Faust weiter. Nach anfänglichem Rückstand war ich nach der ersten Hälfte der Strecke wieder genau im Zeitplan.

Auf der zweiten Streckenhälfte hatten wir meist leichten Gegenwind. Es war daher hilfreich, wenn wir zu zweit oder zu dritt zusammen laufen konnten. Ab und zu fand ich solche Partner und wir wechselten uns mit der Führungsarbeit ab, aber manchmal war ich auch ganz alleine unterwegs. Da meine Garmin nicht genug präzise war, wusste ich oft nicht genau, ob ich noch im Zeitplan bin. Nach 30 Kilometer merkte ich, dass es knapp wird. Ich versuchte zu beschleunigen, aber mit dem Seitenstechen war das nicht so einfach. Ich brachte es bis am Schluss nicht mehr weg und benötigte deshalb sehr viel Durchhaltewillen.

Die letzen 12 Kilometern waren etwas zu langsam. Es ging einfach nicht schneller. Vielleicht war es dann doch auch ein energetisches Problem. Während dem Wettkampf habe ich deutlich weniger Verpflegung zu mir genommen als üblich (zweimal 30 g Kohlenhydrate, sonst nur Wasser). Allerdings fühlte ich mich nie leer oder kraftlos. Die Bauchbeschwerden waren das grössere Problem.

Bei Kilometer 40 glaubte ich immer noch, dass eine neue PB möglich ist. Ich rannte so schnell es ging, jetzt sogar mit den ersten Bauchkrämpfen. Beinahe hätte es für eine PB gereicht, die Zielgerade war einfach ein bisschen zu lang…schade, schade. Mein Ziel habe ich knapp verfehlt.

Ich bin leicht enttäuscht, aber es besteht Grund zur Hoffnung. Ich hatte mit Problemen zu kämpfen, die ich noch nie hatte. Wenn ich diese das nächste Mal vermeiden kann, gibt es bei meinem nächsten Marathon eine neue PB, da bin ich überzeugt. Vielen Dank an alle, die aus der Ferne mitgefiebert und mir alles Gute gewünscht haben.